Newsletter 5 vom Oktober 2025
Auf meiner Website steht der Claim: «Mut zur Präsenz.» Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, was damit genau gemeint sein könnte und wie sich dieser Mut im Alltag, im Beruf oder im Umgang mit anderen zeigt. Hier findest du die wichtigsten Antworten – kompakt verpackt in einem EQ-Newsletter.
«Mut zur Präsenz» bedeutet zunächst einmal, dass es offensichtlich Mut braucht, um präsent zu sein. Aber warum denn? - Weil es meistens einfacher ist, sich hinter einer Nicht-Präsenz zu verstecken – zum Beispiel hinter dem Handy. Dann musst du keine Verantwortung übernehmen und lässt das Leben so jeden Tag ein bisschen an dir vorbeiziehen. Sich gegen dieses "Einlullen-Lassen" bewusst zu wehren, braucht Wachheit und Mut gleichzeitig. Denn es bedeutet nichts anderes, als sich stets und immer wieder von Neuem auf die Unberechenbarkeit des Moments – oder eben auf das Risiko, das sich Leben nennt – einzulassen. Ein etwas provokanter Input, geschrieben auf einer Schiefertafel am Eingang eines Seminarhotels, das ich letzthin besucht habe, fasst das gut zusammen:
«Den unscharfen Raum, der am Rand deines Handys beginnt, nennt man übrigens Leben.»
Mit diesem Gedanken ist eigentlich schon sehr Vieles gesagt. Und nun noch ein paar weiterführende Gedanken zum Begriff der Präsenz:
Präsenz bedeutet, anwesend zu sein
Du bist wirklich da und übernimmst aktiv Verantwortung – zum Beispiel in einem Gespräch. Du widmest dich mit voller Aufmerksamkeit der Situation, hörst gut zu, nimmst auch Details wahr, versuchst, die subtilen Stimmungen und emotionalen Schwingungen zu lesen. Du realisierst nicht nur was gesagt wird, sondern ebenfalls das, was nicht gesagt wird. Du reagierst nicht einfach irgendwie, sondern versuchst, jeweils situationsadäquat zu reagieren.
Präsenz heisst, sich zu zeigen
Du bringst deine Werte und Sichtweisen, deine Grundhaltung und deine Überzeugungen auf authentische Art ein, wobei du auch klare Grenzen setzen kannst, wo dies für dich wichtig ist. Du kommunizierst ehrlich und stehst zu deiner persönlichen Wahrheit, auch wenn es unbequem wird.
Präsenz setzt ein gewisses Mass an achtsamer Praxis voraus
Du übernimmst die Verantwortung für eine gewisse Stabilität in deinem Körper, in deinen Emotionen und in deinem Denken. Durch deine selbstreflexive Kompetenz bist du in der Lage, persönliche Muster zu erkennen und somit zu sehen, wo deine eigenen Trigger-Themen liegen und wo ein Konflikt allenfalls nicht allzu viel mit dir persönlich zu tun hat. Regenerative Routinen (Schlaf, Ernährung, bewusste Pausen) können hier ebenso dazugehören wie bestimmte Rituale zur Zentrierung im Rahmen von Stressmanagement.
Präsenz im Kontakt mit anderen
Du nimmst genau wahr, wer was sagt – und wer was eben nicht sagt. Dabei bleibst du offen für andere Sichtweisen und bist in der Lage, auch einmal eine Perspektive auf konstruktive Art mit anderen zu teilen, die dir vorher fremd gewesen ist. Wo dies für dich aber nicht mehr stimmt, kannst du klare und respektvolle Grenzen setzen. Du bleibst ruhig und fokussiert – selbst dann, wenn Emotionen hochkochen.
Präsenz im digitalen Raum
Du zeigst deine Präsenz beispielsweise durch stets klare, präzise und gleichzeitig empathische Formulierungen. Zudem verzichtest du bewusst auf ständiges Multitasking, wenn du wirklich präsent sein willst. Du schenkst anderen Zuwendung durch rasche und qualitativ ansprechende Feedbacks.
Präsenz als Leadership-Qualität
Du handelst stets vorbildlich und triffst auch unbequeme Entscheidungen. Als Führungsperson übernimmst du bewusst Verantwortung, wo dies zu deiner Rolle gehört. Dabei kommunizierst du transparent und lässt dein Team spüren, dass du da bist – zuverlässig, zugänglich und aufmerksam. Je schwieriger und konfliktträchtiger die Situation erscheint, desto wichtiger ist Präsenz als Leadership-Qualität.£
Das klingt alles interessant, aber auch ziemlich anstrengend, oder nicht? Hier ein paar Punkte, die du dafür als Belohnung erhältst:
Du bist besser in der Lage, gute Entscheidungen zu fällen, weil du aufgrund von echter Wahrnehmung handelst und nicht aufgrund von reinen Vermutungen.
Du geniesst eine höhere Vertrauensbasis. Denn die Menschen spüren deine Echtheit und Verlässlichkeit.
Dir gelingt eine effektivere Kommunikation: Denn Klarheit und Empathie reduzieren das Risiko von Missverständnissen.
Deine Resilienz wächst von Tag zu Tag, weil dein Fokus auch unter Druck erhalten bleibt.
Hier noch ein paar persönliche Inputs, wie du deinen Mut zur Präsenz täglich trainieren und steigern kannst:
Schreib ein Tagebuch und halte vor allem Lebenssituationen möglichst genau fest, von denen du denkst, dass es dir gut gelungen ist, ganz präsent zu sein.
5-Sekunden-Regel: Wenn du merkst, dass du abschweifst, dann hol deine Aufmerksamkeit zurück – zum Beispiel durch 5 bewusste tiefe Atemzüge.
Auch andere Achtsamkeitsübungen können dir helfen, deinen Fokus immer wieder auf die aktuelle Gegenwart zu richten.
Teile deinem sozialen Umfeld auf möglichst authentische Art und Weise mit, was für dich stimmt und wo deine Grenzen liegen. Denn es ist völlig okay, wenn für dich einmal etwas nicht okay ist.
Mut zur Präsenz ist kein starres Ideal, sondern beschreibt vielmehr eine laufende Praxis. Es geht nicht um Perfektion, sondern um bewusstes Handeln – mit Offenheit, Verantwortung und Mut. Schaffe dir täglich kleine Räume, in denen du präsent handeln kannst.
Wenn du möchtest, begleite ich dich als Coach gerne bei diesem Prozess. Ruf einfach an und wir vereinbaren ein erstes Kennenlerngespräch. Dann merkst du bald, ob die Chemie stimmt oder nicht.
Ich freue mich auf unsere erste Session und wünsche dir einen schönen Tag mit vielen präsenten Momenten.
Bob