Newsletter 3 vom September 2025
Warst du schon einmal an einem Zucchero-Konzert und hast gespürt, wie die Post abgeht, wenn er diesen Song spielt? Dann weisst du Bescheid. Innert Sekunden ist diese Kraft da und überträgt sich auf das Publikum. Wie man dieses Phänomen im Rahmen eines Coachings nutzen kann, zeige ich dir in diesem Newsletter.
Ein Coachee von mir – nennen wir ihn Peter – hatte schon einige Coaching-Stunden hinter sich, in welchen wir eine umfassende Auslegeordnung gemacht und die primären Coaching-Ziele herauskristallisiert hatten. Eines seiner Ziele war das Herausfinden aus seiner selbst festgestellten Lethargie. Es gab so ein paar Dinge in seinem Leben, die ihn bremsten und dazu führten, dass er stets mit «angezogener Handbremse» unterwegs war. Er analysierte alles und versuchte stets, seine Probleme und seine Unzufriedenheit mit dem Kopf zu lösen. Daher war es für ihn natürlich zunächst wichtig, auf der kognitiven Ebene nach möglichen Gründen zu suchen, um sich dann – so stellte er sich das vor – Schritt für Schritt davon befreien zu können. So haben wir dies fast alle schliesslich irgendwann einmal gelernt und versuchen, diesen Weg der Problemlösung im täglichen Leben anzuwenden. Mit oder ohne Coach. Doch daneben gibt es noch einen anderen Weg, einen, der viel direkter zum Ziel führt – in doiesem Fall zur Überwindung von Energielosigkeit. Es ist der Weg der Musik!
Wenn wir uns nämlich öffnen und wenn es uns gelingt, «den Kopf und das Kopfkino» für einen Moment abzustellen, dann wird es auf einmal möglich, über den emotionalen Kanal ganz unmittelbar und ganz direkt etwas wahrzunehmen, was wir eine Minute vorher nicht für möglich gehalten hätten. Wir spüren auf einmal wieder Kraft und Lebensenergie in uns. – «Diavolo in me» wirkt wie eine Energiespritze! Das war auch bei Peter so, meinem Coachee. Wir hörten uns den Song gemeinsam an. Dann ein zweites Mal – diesmal nicht mehr sitzend, sondern im Stehen. Er sagte zu mir, dass er sich bewegen möchte. Plötzlich sah ich ein befreites Lächeln auf seinem Gesicht. Danach setzen wir uns wieder hin und besprachen seine eben erlebten Erfahrungen. Am Ende der Sitzung gab ich ihm die Hausaufgabe, bis zum nächsten Mal etwas aufmerksamer darauf zu achten, welche Musik ihm eine ähnliche Erfahrung vermitteln kann. Er musste sich eine Playlist zusammenstellen mit dem Titel «Lebensenergie». Ich lud ihn zudem ein, eine Art «Musiktagebuch» zu schreiben. Er sollte sich Notizen dazu machen, welche inneren Bilder und Emotionen er bei welchen Songs spürte. Es ging hier nicht mehr in erster Linie um analytische Selbstreflexion, sondern um das spielerische Wahrnehmen der inneren emotionalen Welt. Denn man muss seine eigenen Ressourcen erst kennen, bevor man sie gezielt einsetzen kann.
Natürlich wird man nicht über Nacht zu einem neuen Menschen und natürlich reicht es nicht, einmal einen bestimmten Song zu hören, um seine innere Lethargie zu überwinden. Aber – und davon bin ich sehr überzeugt – Musik kann der erste und sehr wichtige Schritt sein auf der Reise zu sich selbst. Man kann so auf ganz leichte Art lernen, wie man Zugang erhält zu seinen inneren Ressourcen. Genau genommen ist es aber nicht einmal ein Lernen, sondern vielmehr ein Wiederentdecken. Denn in unserer Jugendzeit haben wir das fast alle irgendwann einmal erfahren, wie man sich fühlen kann, wenn man an einem Konzert, an einer Party oder in einer Disco ganz eins wird mit der Musik. Dies kann eine wunderschöne Erfahrung sein, die uns viele positive Emotionen und viel Zuversicht vermittelt. Viele von uns haben dies im Verlaufe des Erwachsenenalters – irgendwann einmal zwischen Berufskarriere und Elternpflichten – verloren. Und heute liegt es soweit zurück, dass wir uns kaum mehr daran erinnern, so dass es für unser heutiges Leben kaum mehr eine Bedeutung hat. Aber dies kann man ändern. Disco ü 50 lässt grüssen!
In meinen Coachings wähle ich nicht selten diesen Weg der unmittelbaren emotionalen Erfahrung über die Musik. Nicht immer ist es der gleiche Weg, nicht immer das gleiche Thema, nicht immer die gleiche Musik. Hast du Lust zu erfahren, welche Themen bei dir anstehen und welche Playlist dir guttun würde?
Dann komm einmal bei mir vorbei.